Sächsische Schulschacholympiade 2018

16.03.2018

Markkleeberger Jungs und Bornaer Mädchen verpassen knapp die Medaillenplätze

Mit unterschiedlichen Erwartungen fuhren insgesamt fünf Mannschaften der Schachschule Leipzig, darunter mit der Regenbogen-GS Taucha und den Mädchen der Heide-Grundschule Bad Düben aus dem brotZeit-Förderprojekt, nach Flöha zur Sächsischen Schulschacholympiade der Grundschulmannschaften bis Klasse 4.
Die Markkleeberger Jungenmannschaften machten sich nach ihrem Doppelsieg zum >>> Bezirksausscheid <<< gute Hoffnungen auf eine vordere Platzierung. Die GS Markkleeberg-West war mitfavorisiert und wollte erneut die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft erreichen. Die Jungen der GS Markkleeberg-Mitte sahen sich mit zwei Zweit- und zwei Drittklässlern in der Verfolgerrolle. Die Mädchen der Clemens-Thieme-GS Borna waren bei ihrem ersten Auftritt auf Landesebene dagegen zunächst ohne große Erwartungen ins Rennen gegangen. 

Das Team der GS Markkleeberg-West

Im Jungenturnier in Runde 1 gingen die Markkleeberger Teams im Gleichschritt vor. Mit jeweils 4:0-Siegen setzten sich beide Mannschaften an die Spitze. West bezwang die Tauchaer, die als Dritter des Bezirksausscheids tapfer kämpften, aber sportlich unterlegen waren. Mitte bezwang die Montessori-GS Chemnitz ebenfalls ohne Probleme 4:0. So drohte schon in Runde 2 das Ortsderby, aber es blieb uns allen (noch) erspart.
Dafür gab es zwei weitere Erfolge. Die GS West schlug die Regenbogen-GS Chemnitz sicher mit 3:1, etwas knapper machte es die GS Mitte mit einem 2,5:1,5 gegen die 113. GS Dresden. Die Tauchaer holten gegen die GS Bernsdorf mit dem 2:2 ihren ersten Mannschaftspunkt.
In Runde 3 folgten dann die Spitzenduelle. Markkleeberg-Mitte musste gegen den Titelverteidiger GS am Auwald Leipzig ran. Am der Papierform war man Außenseiter, aber diese Rolle tat den Jungs gut. Florian und Arthur gewannen ihre Spiele, während Jannis nach gutem Kampf verlor. So stand es 2:1 und Robin kämpfte lange auf Ausgleich, doch am Ende unterlief ihm bei zunehmender Zeitnot ein Fehler. Gegen die mitfavorisierten Coswiger zeigte die "Wessis" eine Glanzleistung. Es passte alles und am Ende stand ein klares wie hochverdientes 4:0 zu Buche. 5 Siege, ein Unentschieden - mehr war zu Beginn aus den drei Runden nicht zu erwarten. Im Duell der Regenbogen-Schulen unterlag Taucha den Zwickauern mit 1:3 und geriet in den Tabellenkeller.

Das Team der GS Markkleeberg-Mitte

Auch in Runde 4 blieben die Markkleeberg Teams ungeschlagen. Markkleeberg-West kämpfte und taktierte die GS Seifersdorf mit ihren drei starken Peglau-Schwestern trotz deren Großmeister-Betreuung völlig verdient mit 3:1 nieder. Die "Mittis" holten ein hochverdientes 2:2 gegen Niederwiesa nach Siegen von Florian und Arthur, wobei mehr möglich war, da Jannis und Philipp gute Chancen ungenutzt ließen. Vor der Mittagspause standen beide Teams damit auf den Medaillenplätzen. Die GS West führte die Tabelle an, GS Mitte auf Platz 3. Lediglich Taucha kam nicht in Tritt, verlor gegen Reichenberg mit 1:3.
Nach der Mittagspause, in der die Euphorie sehr hoch war, ging es dann an die Reserven der Kräfte und Nerven. Die GS West musste gegen die GS am Auwald ran und war zu Recht zuversichtlich. Maximilian gewann auch an Brett 4, Laurin verlor leider - 1:1. Luca erarbeitete sich am Spitzenbrett eine super Stellung, auch Fabio stand nicht schlechter. Die Weichen standen auf Sieg. Doch dann unterlief erst Luca ein Fehler, dann patzte Fabio. Die Partien kippten und es gab die erste Niederlage. Die "Mittis" erkämpften dafür gegen Seifersdorf hochverdient ein 2:2, wobei Florian und Arthur mit nun schon fünf Siegen aus fünf Spielen zur Topform aufliefen. Auch die Tauchaer holten wieder einen Zähler und freuten sich über ein 2:2 gegen die Montessori-GS Chemnitz, denen man damit weiterhin die "Rote Laterne" überließ.

Das Markkleeberger Stadtderby

Doch dann war es schließlich soweit: Das Derby stand an und nun saßen sich beide Markkleeberger Teams als Konkurrenten gegenüber.  Jetzt war Schluss mit gegenseitigem Daumendrücken. Die "Wessis", mittlerweile wieder Tabellenführer, da die Schule am Auwald sich mit Seifersdorf die Punkte in Runde 5 teilte, waren Favorit. Es dauerte ein bisschen, bis die Jungs zur Ernsthaftigkeit fanden, denn schließlich kennt man sich bestens aus früheren Duellen und dem gemeinsamen Vereinstraining bei der BSG Grün-Weiß Leipzig.
Doch die Jungs aus Mitte kamen von Anfang an besser ins Spiel. Zweitklässler Philipp setzte Viertklässler Timon am 4. Brett gehörig unter Druck. Zweitklässler Arthur holte gegen Viertklässler Laurin deutliche Vorteile und verwertete diese schnell zur 1:0-Führung für Mitte. Luca und Florian spielten beide stark, es war offen. Fabio hatte mit Jannis, der motiviert zur Sache ging, zwar Mühe, kam aber als einziger seiner Mannschaft dann doch in Vorteil und schien den Punkt einzufahren. Unterdessen machte Philipp ein Klasse-Spiel gegen Timon und wuchs über ich hinaus. Der Lohn war der Sieg und das 2:0 für Mitte. Den i-Punkt setzte dann Florian, der Luca dann doch noch austrickste und auf 3:0 für Mitte stellte. Fabios Ehrenpunkt zum 1:3 konnte den Jubel der Mitte-Jungs nicht bremsen. So richtig fassen konnte es keiner, umso großer der Schock bei den Jungs aus West.
Damit war das Ergebnis aus dem Bezirksausscheid umgekehrt worden, das vor sieben Wochen noch 3:1 an die "Wessis" ging. Freude auch bei unseren Tauchaer Jungen, die mit einem neuerlichen 2:2 gegen die 2. Mannschaft der GS am Auwald zufrieden waren. 

Vor der Abschlussrunde ging es nun extrem eng in der Tabelle zu. Drei Teams waren punktgleich an der Spitze. Seifersdorf führte vor der Markkleeberg-Mitte und der GS am Auwald mit je 9:3 Punkten, Markkleeberg-West auf Platz 4 in Lauerstellung, aber ohne große Pause, um die soeben erlittene Niederlage zu verdauen. Coswig war auf Platz 5 nach dem 0:4 gegen die "Wessis" wieder herangerückt und wie Flöha nur einen Punkt hinter dem Spitzentrio.
Alles schien möglich, aufgrund des direkten Duells zwischen Seifersdorf und GS am Auwald war sogar noch ein Markkleeberger Doppelsieg drin. Aber es bedurfte zweier Siege. Doch jetzt war die Kraft weg. Im Duell mit Coswig konnte auf Seite der "Mitte-Jungs" nur Florian punkten. Arthur, der zuvor alle 6 Spiele souverän gewann, verlor dieses Mal schnell. Die Nervosität wurde auch bei Jannis und Robin, der neben dem Gegner vor allem mit den Tränen kämpfte, immer größer. Das große Ziel vor Augen, unterliefen beiden auch entscheidende Fehler. So ging das Match 1:3 an Coswig. Es bedurfte es richtig viel Trost...
Das war aber die Chance für West, denn das Spitzenspiel zwischen Seifersdorf und der GS am Auwald endete tatsächlich 2:2. Mit einem Sieg gegen Flöha wäre man von Platz 4 auf Platz 1 gesprungen. Luca und Maximilian stellten tatsächlich schnell auf 2:0. Doch Fabio und Laurin waren noch nicht aus der Schockstarre durch die Derbyniederlage erwacht. Fabio ließ sich ungewöhnlich einfach Matt setzen, Laurin verschenkte einen Turm, das war nicht lange zu verteidigen. 2:2 endete das Spiel und das bedeutete Platz 4 vor der GS Mitte, die 5. wurde.
Im Grunde waren es herausragende Plätze im Landesausscheid, doch es fühlte sich noch bis nach der Siegerehrung wie eine Enttäuschung an, da man so dicht am großen (Doppel-)Erfolg vorbeischrammte.

Das Mädchenteam der C.-Thieme-GS Borna

Platz 4 gab es auch für die Bornaer Mädchen der Clemens-Thieme-GS. Doch unser Quartett mit Marie, Pita, Ella und Pauline war absolut happy. Da man zum ersten Mal in der Endrunde unter den  14 Teams dabei war, reisten die Kinder ohne Ambitionen an. Mitmachen, gut spielen und schauen, was dabei rauskommt.
Der Auftakt gelang mit einem 2,5:1,5-Sieg gegen die Regenbogen-GS Zwickau. Das war gut für die Stimmung. Gegen die BIP Dresden wurde dann 1:3 verloren, aber gute Spiele geboten. In Runde 3 kämpfte unser Mädchenquartett bärenstark gegen die späteren Meister der Evangelischen GS Coswig und verloren achtbar 1,5:2,5.
Der Stimmung tat das keinen Abbruch, denn nun wurde gegen die GS an der Riesenburg Annaberg-Buchholz klar 4:0 gesiegt. Damit ließ es sich super in die Mittagspause gehen. In Runde 5 gab es das Duell gegen die 60. GS Leipzig. Wieder wurde gut gespielt, doch knapp verloren. Da war beim 1,5:2,5 mehr drin. In dieser Runde holten übrigens die Mädels der Heide-GS Bad Düben ihren vollen 4:0-Sieg gegen die Annaberger Mädels und hatten somit auch ihr Erfolgserlebnis.
Unsere Bornaer Mädchen mussten dann gegen Bad Düben ran und siegten ihrerseits klar 4:0. Das war nochmals Motivation für die Schlussrunde. Gegen die GS Possendorf ging es wieder knapp zu, doch dieses Mal lag das bessere Ende auf unserer Seite. 2,5:1,5 wurde gewonnen. Das reichte am Ende zu Platz 4, der aber keinesfalls als undankbar gesehen wurde sondern als echt cooler Erfolg. Die Mädels feierten somit verdient diese Spitzenplatzierung.